Die Geschichte des Movie Parks

Auch wenn man den heutigen Movie Park Germany wohl noch am ehesten mit Warner Bros. Movie World in Verbindung bringt, liegt der Ursprung des Parks noch viel weiter zurück als 1996. Eigentlich beginnt er bereits 1967, und zwar mit der Familie Allekötter, die einen Märchenpark schuf. Dieser war für heutige Verhältnisse recht unspektakulär: an mehreren Hütten wurden mittels Tonaufnahmen Märchen erzählt.

Traumlandpark


1976 wurde der Märchenpark verkauft und nach einer Überarbeitung und zusätzlichen Attraktionen unter dem Namen Traumlandpark ein Jahr später wieder eröffnet. Doch der Traum vom Erfolg platzte – der Schuldenberg war einfach zu groß, die Einnahmen reichten nicht. So musste das Unternehmen Konkurs anmelden. Damit folgte der nächste Eigentümer und mit ihm der nächste Name: als Das neue Traumland erwartete die Besucher ein etwas anderes Konzept. Die Idee: wechselnde Fahrgeschäfte. Abwechslung gab es so genug, und doch ging auch dieser Plan nicht auf.


Bavaria Filmpark


Der Park musste 1991 seine Tore schließen. Ruhe herrschte dadurch auf dem Gelände allerdings nicht, denn nicht einmal ein Jahr später öffnete der Bavaria Filmpark seine Tore. Attraktionen gab es hier nicht, der Fokus war auf die Entstehung von Filmen gerichtet. Hier konnten die Besucher erleben, wie es an einem Filmset zugeht, wie Stunts gedreht werden, echte (meist deutsche) Stars treffen und sogar in einem Film mitspielen. Die BavariaFilmPark GmbH investierte umgerechnet mehr als 25 Millionen Euro, doch auch diese Idee stand unter keinem guten Stern. Nur zwei Jahre später war die Geschichte des Bavaria Filmparks vorbei.


Warner Bros. Movie World


Wenn man sich die folgenden Parks ansieht, scheint der Bavaria Filmpark allerdings ein wenig die Marschrichtung vorgegeben zu haben – die Welt der Stars und Sternchen. Im Mai 1994 begann der Bau der Warner Bros. Movie World und damit auch ein neues Kapitel.

Der Filmkonzern Warner Brothers hatte sich bereits vorher an Freizeitparks beteiligt und Lizenzen ausgegeben. Schließlich stieg das Unternehmen selbst in das Freizeitparkgeschäft ein und eröffnete eigene Themenparks. 1996 öffnete Warner Bros. Movie World seine Tore in Bottrop und die Besucher tauchten erneut in die Welt des Films ab, dieses Mal allerdings nicht hinter, sondern vor den Kulissen und mit fantastisch gestalteten Attraktionen und atemberaubenden Shows.

Das Konzept funktionierte, doch die Bauweise der Attraktionen hatte so ihre Tücken. Die kostengünstige Bauweise mit Draht und Bauschaum wurde bereits in wärmeren Ländern umgesetzt, in Deutschland allerdings setzten kalte Temperaturen der Konstruktion zu.

1999 verabschiedete sich das Unternehmen aus dem Freizeitparkgeschäft und verdiente wieder nur über die Vergabe von Lizenzen. Der Nachfolger Six Flags war im Besitz derselben, so konnten die Attraktionen ihre Namen behalten.

Movie Park Germany


Doch auch dieser Besitzer blieb nicht allzu lange. 2004 zog sich auch Six Flags aus dem Geschäft zurück und verkaufte den Park weiter an die britische Investmentfirma Palamon Capital Partners, die ihre Parks unter Star Parks vertrieben. Damit begann wieder eine neue Zeit in Bottrop, denn dieses Unternehmen hatte nicht die nötigen Lizenzen, um die bekannten Namen aus dem WB-Universum nutzen zu dürfen. So mussten nahezu alle Attraktionen umbenannt und umgestaltet werden. 2005 eröffnete der Park unter dem Namen, wie wir ihn jetzt kennen: Movie Park Germany.

2010 nahm schließlich das spanische Unternehmen Parques Reunidos das Zepter in die Hand und führt den Movie Park Germany bis heute.